Mal nicht Kreta sondern Zakynthos


Da ich ja mit einem Fischer verheiratet bin gehört alles was mit der Fischerei und dem Meer zu tun hat zu meiner großen Leidenschaft…..ich habe durch Zufall in der griechischen Zeitung „Ethnos“ einen Artikel gelesen , in dem ein alter Fischer von Zakynthos über sein Leben und seinen Erfahrungen mit dem Meer und der Fischerei berichtet….den Artikel hab ich nun mal so gut es ging ins Deutsche übersetz…an manchen Stellen nicht ganz wortgetreu…aber doch immer noch korrekt 😉

Ein Los in der Lotterie….die Atherina

Für ihn natürlich spielt es keine große Rolle mehr, wie groß die gefangene Beute ist, schließlich hat er das was er all die Jahre auf der See geleistet hat nun hinter sich. Aber es kümmert ihn dennoch, für alle Jungen, die er sieht, wie sie sich abmühen und so große Ausgaben haben und alles ohne Ergebnis. Zwischen ihnen ist auch sein Sohn, Panagiotis, der der familiären Tradition folgte mit der wunderschönen Trechandiri dem „Agio Dyonisio“. Die Zeiten haben sich geändert, es sind wohl die Preise für den Fisch bedeutend besser, aber der Fisch ist seltener und die Arbeit schwer.

„Wo sind nur diese Jahre hin?!“ fragt sich heute Lefteris, der zusammen mit seinem Vater zum Fischen ging, in einem unberührten Meer, zu Beginn der 50iger Jahre, mit einem kleinen Boot und Rudern. 1956 kauften sie die „Dionysia“ eine Gaita 5,5 Meter mit Segel, Rudern und einem 10 PS Motor „Axelou“. Mit diesem Boot, das sie im Hafen Kato Milou hatten, den es heute gar nicht mehr gibt, in der Nähe von Agio Konstantinou, legten sie Paragadia aus und sie waren stets mit ihrem Fang zufrieden. Die ersten Netze die sie ins Wasser warfen waren aus einer Schnur/Kordel aber sie wurden immmer gefüllt an Bord gezogen und reichten für alle Orte der Tragaki.

Gewöhnlich gingen sie damals mit den Rudern hinaus zum Fischen, nicht weiter als etwa eine Meile von der Küste, das reichte schon um die Netze zu füllen. Wenn sie sehr viel hatten, gaben sie sie dem Fischhändler Spyro Klavsiano, denn sie hatten keine Möglichkeit sie selber in die Stadt zu transportieren. Damals, so erzählt Lefteris kostete ein Besuch im Kino soviel wie ein Kilo Sinagrida (Meerbrasse)
Im gleichen Hafen hatte auch noch ein weiterer Fischer sein Boot, Giannis Mavrias, er war auch der erste, der die neuen Netze hatte. Er, Andreas Pomonis und die Roussaii waren die einzigen Fischer aus Kato Mylo, allerdings kamen Fischer aus der Stadt, der Nikolaos Kapandritis und Mitsos Karoumpas, um in ihren Gewässern zu fischen, deren Boote hatten ebenso Ruder, die 6 bis 8 Mann in den Händen hatten.

Die Netze aus der Kordel die legte man nie tiefer wie 10 bis 12 Orjes, weil man sie sonst nicht mehr nach oben ziehen konnte, soviel Fisch brachte damals das Meer hervor. Damals fischten sie in den Gewässern von Zakynthos noch Marida und Ghopa mit den Kordelnetzen, Gruppen von drei bis vier Mann zogen sie an Land.

Die Roussäi, Vater und Sohn, fingen mit ihrer „Dionysia“ stets ein gutes Gehalt , da die Nachfrage sehr gut war und der Fischbestand reichlich, auch ohne das sie sich weit von ihrem Hafen entfernen mußten.
Eines Tages aber lernte die „Dionysia“ auch den Saronischen Golf, ja sogar den Hafen von Piräus kennen. Grund dafür war ein Problem am Motor, welches nur in Perama repariert werden konnte. Und so ging es im August 1960 los Lefteris, sein Vater und Giannis Arvanitakis von Zakynthos mit dem Segel und den Rudern und ein wenig mit dem Motor, „Doukou doukou“ nach zwanzig Stunden gelangten sie nach Korinth, dort gab der Motor vollends auf und sie fanden niemanden der den Axona reparieren konnte. Zu ihrem Glück trafen sie auf ein großes Kaiki (hölzernes Boot) und zog sie nach Piräus. Dort hatten sie während der Arbeiten am Motor 15 Tage Aufenthalt und somit die Gelegenheit den Hafen und Athen zu sehen.

Als die arbeiten fertig waren, sie kosteten 100 Drachmes, machten sie sich auf den Heimweg, bei Anbruch der Dunkelheit gelangten sie an den Isthmus von Korinth und die Beamten dort ließen sie nicht weiterfahren, weil sie kein Licht hatten. Sie nahmen dann einen großen Stock, spießten einen Tintenfisch daran auf…tauchten sie in Diesel und zündeten ihn an und als sie 2 Drachmes Wegezoll zahlten durchquerten sie den Isthmus. Genau zu diesem zeitpunkt geschah noch etwas „unerhörtes“, wurde der Kanal doch zur gleichen Zeit von der Fähre durchquert, die die Strecke Piräus-Zakynthos-Kefalonia fährt, die große Fähre stand am Ende des Kanals und wartete bis das kleine Boot vorbeifuhr. Die Passagiere kamen alle an Deck und wunken den mitugen Männern aus Zakynthos zu, welche dann genau nach 25 Stunden von Präus in Tragaki ankamen.

Es war allerdings nicht immer alles leicht auf dem Meer und oft war Lefteris auch in Gefahr. Eine solch eine Erfahrung die er vor etwa 20 Jahren machte steckt im immer noch in den Knochen.
Er brach damals mit seinem Bruder dionysi von Kyllini auf nach Zakynthos, das Wetter war gut, windstill. Am Horizont allerdings nahe an ihrer Insel sah Lefteris etwas als wenn eine schneewiße Flotte vorbeizog. Er schenkte dem aber keine große Bedeutung was es auch war und sie brachen auf. Lefteris am Steuer und Dionysi am Motor urplötzlich aber verstanden sie, daß dort keine weiße Flotte vorbeizog, sonder übergroße Wellen, an die 6 Meter hoch. Das Wetter schlug plötzlich um, aus den Südostwinden im Golf von Patras wurde ein Sturm mit 9 Windstärken.
Die größten Probleme hatten sie dann allerdings als es in den Hafen ging, keiner konnte glauben was sie sahen, wie die zwei Männer das Kaiki im Hafen festbunden, wie hatten sie es in diesem straken Sturm nur geschafft und kamen mit dem Leben davon. „Wir haben uns vor dem Heiligen bekreuzigt, daß er uns beschütze“ erzählt heute Lefteris und er wünscht keinem Fischer und Seemann, daß ihm so ein Unwetter zustößt.

Lefteris sowei viele andere Fishcer von Zakynthos, fuhren oft an die Küsten des Peloponnes zum Fischen, um die Strofades, an der Mündung des Acheloos oder im Gebiet Akarnanien. Nach alter Tradition gingen sie auch im August für 15 Tage nach Katochi und Neochori und fischten dort Pesovolo Keafalous, die Fische legten sie in ihre Holzkisten und verkauften sie anschließend am Markt von Zakynthos. Er erinnert sich noch wie er damals mit seinem Vater dort hinging mit dem kleinen Boot, wie sie die Fischrogen in Tüchern gewickelt in der Sonne trockneten oder auf dem Kaiki als sie wieder zurückfuhren, Avgotaracho, was sie früher für rund 5 Drachmes das Kilo verkauften und somit sogar besser wie die Sinagrida war.

Die Sinagrida allerdings ist für Lefteris der beste Fisch, König der Fische sagt er betont und schmeckt ihm am besten gegrillt mit Ladilemmono den Kopf allerdings lieber für eine gute Fischsuppe. In die Kakavia tut er Gemischtes rein, kleine Skorpidia, Menoules, Ghopes, Chanous, Perkes, einfach verschiedene kleine Fische. Die beste Kakavia macht aber der „Loupos“ ein kleiner Fisch, der vorne einen kleinen „Rüssel“ wie die Barbounia haben.
Lefteris hat in ll den Jahren in denen er fischt alle Arten von Fisch gesehen und mit Sicherheit kann er sagen was inzwischen aus den Meeren um Zakynthos verschwunden ist. Zu Beginn der 80iger Jahre begann es damit, das die fishcer immer weniger wurden und es kaum mehr Atherina, Kefalos, Sargos, Sarpa, Menoula, Melanouria oder Sarganes mehr gibt. Nicht einmal mehr Lampoufes, Fische, um die man sich früher gar nicht kümmerte, die man gar nicht wollte, selbst die gibt es nicht mehr, aus Mangel an Nahrung. Auch die Barbounia sind sehr gefährdet auszusterben. „Du legst die Netze aus und wenn du viel Glück hast fängst du zwei Barbounia.“ erzählt Lefteris mit großem Kummer. Genauso wie mit der Atherina die einmal das Meer um Zakynthos füllte, findest du eine Atherina, daß ist wie ein Lottogewinn, so selten ist sie geworden.

An Allem, daß bald in ein zwei Jahren keine einzige Schuppe mehr im Meer zu finden ist, sind die vielen Hilfsmittel schuld. Um den Schatz der Meere zu retten müssen gesetze her, strenge. Nur so können auch die folgenden genarationen Fisch auf ihren tellern haben……
Quelle:  http://origin.ethnos.gr/article.asp?cati…id=772534#

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Kategorien: Allgemein, Rund ums Meer | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Mal nicht Kreta sondern Zakynthos

  1. Liebe Bettina,

    habe d.Bericht gelesen, er war toll, aber was für eine Arbeit dahinter steckt, großen ,, Respekt,, dafür! Danke, dafür!

    Lieber Gruß aus Stuttgart von Hanni

  2. Der Artikel stimmt mich sehr traurig für das Meer und den Fischbestand darin.

    Ich frage mich manchmal, wenn früher das Meer noch so voller Fischer war, ob sich unsere Essgewohnheiten so geändert haben? – Oder liegt es schlicht am Bevölkerungswachstum, den wir zweifellos seit dem, letzten großen Krieg auch in Europa hatten?

    Liebe Grüße – Thomas

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